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Hannover Region Nord Rekord nach Neubeginn

Patientenberatung erhält Anfragen etwa zur Kostenübernahme

Die unabhängige Patientenberatung ist wieder stark gefragt. FOTOS: DPA

Von Gerald Dietz

Nach dem Neubeginn für die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) vor zwei Jahren hat die Nachfrage Betroffener, die sich über ihre Rechte im Gesundheitssystem erkundigen wollen, wieder erheblich zugenommen. Das Jahr 2017 sei mit einem Beratungsrekord abgeschlossen worden, heißt es bei der seit 2016 unter dem Dach des privaten Gesundheitsdienstleisters Sanvartis betriebenen gemeinnützigen GmbH.

Die von den Krankenkassen finanzierte UPD war vor 2016 noch von einem Verbund unter Beteiligung der Verbraucherzentralen organisiert worden. Die Neuvergabe an Sanvartis wurde zunächst heftig kritisiert. Neben den Zuwachs an Patientenberatungen verbucht die UPD auch die im vergangenen Jahr erfolgte Zertifizierung der Angebote als Erfolg.

„Die erfreulich hohen Beratungszahlen bei sehr guten Werten auch für die Erreichbarkeit unseres Angebots zeigen, dass sich unser bürgernahes Konzept gut bewährt“, sieht UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede die Einrichtung wieder auf einem guten Weg. Die Zertifizierung mache die wichtigen Kriterien und Anforderungen an eine qualitätsgestützte Beratungsarbeit zudem transparent und nachvollziehbar. Neben der Registrierung der Anfragen über alle Beratungskanäle und einer Dokumentation aller Anliegen der Ratsuchenden wird auch die Erreichbarkeit des Angebots, das telefonisch an 80 Stunden wöchentlich verfügbar ist, evaluiert.


30 Büros an festen Standorten hat die Patientenberatung

Rund zwei Drittel der Anfragen würden sich auf sozialrechtliche Beratungen wie etwa Ansprüche auf Finanzierungen von Behandlungen durch die Krankenkassen oder aber Einblicke in die Krankenakten beziehen, sagt UPD-Sprecher Jann Ohlendorf. In Brandenburg sei dieser Anteil eher noch höher. Ein weiterer Schwerpunkt seien Nachfragen in Bezug auf mögliche Behandlungsfehler, so Ohlendorf. Entsprechende rechtliche Beratungen bei anderen Stellen würden in der Regel auch mit finanziellen Aufwendungen verbunden sein, während das Angebot der UPD kostenlos ist. „Ob Tücken beim Krankengeldbezug, die Arbeit des Medizinischen Dienstes, Kosten in der Zahnmedizin oder Unklarheiten und Ärger im Umgang mit den Kassen – die Patientenberatung ist für die Ratsuchenden da“, so Krumwiede.

Die können auf drei unterschiedliche Arten mit der UPD kommunizieren: Schriftlich per Online-Beratung, telefonisch über eine gebührenfreie Servicenummer, bei der laut Vorgabe neun von zehn Ratsuchenden beim ersten Anruf durchkommen sollen und direkt vor Ort in 30 festen Büros und drei zwischen jährlich 100 Standorten pendelnden Mobilen.

Rund zwei Drittel der Anfragen konnten nach eigenen Angaben bereits im ersten telefonischen oder persönlichen Gespräch abschließend gelöst werden. Das Beratungsangebot der UPD ist in deutscher, russischer, türkischer und arabischer Sprache verfügbar. Im Durchschnitt waren die Berater 2017 rund 30 Minuten mit Ratsuchenden in sozial-rechtlichen oder medizinischen Gesundheitsfragen im Gespräch. Auch der Anteil der persönlichen Angebote an den Beratungen insgesamt konnte im vergangenen Jahr gegenüber 2016 von 3,7 auf 6,1 Prozent gesteigert werden. „Das bedeutet, dass die UPD auch lokal immer besser bei den Menschen ankommt“, meint Krumwiede. Ziel sei es auch durch Rückmeldung von gehäuft auftretenden oder aber individuell besonders schwierigen Problemlagen an die Akteure des Gesundheitssystems zu mehr Patientenorientierung insgesamt beizutragen.

Info
www.patientenberatung.de

Neutral und kostenfrei
Die Unabhängige Patientenberatung (UPD) sieht sich selbst als neutrale und kostenfreie Beratungsorganisation für alle Menschen in Deutschland – egal, ob sie gesetzlich, privat oder auch nicht krankenversichert sind.

Ratsuchende
können die Organisation unkompliziert und auf vielen Wegen erreichen: per Telefon, Post, Mail oder auch online. Persönlich ist die UPD nicht nur in 30 festen Beratungsstellen sondern auch an 100 Standorten in Deutschland ansprechbar, die regelmäßig von Mobilen angesteuert werden.

Rentner müssen zunehmend rechnen

Teilweise gibt es im laufenden Jahr aber auch Erleichterungen beim Finanzamt
Was von der Rente bleibt, ist auch eine Frage der Steuern.
Was von der Rente bleibt, ist auch eine Frage der Steuern.
Weitreichendere Änderungen der Steuergesetzgebung sind erst mit der Aufnahme der Arbeit einer neuen Bundesregierung zu erwarten. Aber auch so hat der Jahreswechsel zahlreiche Neuerungen gebracht, die spätestens mit der Erstellung der Einkommenssteuererklärung im Laufe der kommenden Monate ihre Auswirkungen zeigen. Das betrifft unter anderem die Renten und Altersvorsorgen. Hier gibt es nach Darstellung des Bundesverbandes Lohnsteuerhilfevereine e.V. (BVL) zumindest zum Teil Erleichterungen.

■ Für Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung, berufliche Versorgungswerke oder Rürup-Verträge werden demnach im laufenden Jahr mit bis zu 23 712 Euro 350 Euro mehr steuerlich berücksichtigt als in den Vorjahren. 86 Prozent der Beiträge können als Sonderausgaben abgezogen werden – zwei Prozentpunkte mehr als noch 2017. Dieser Höchstbetrag berücksichtigt allerdings auch die Arbeitgeberbeiträge. Bei Beamten werden fiktive Beiträge angerechnet.

■ Für Riestersparer erhöht sich die Grundzulage laut BVL zwar von bisher 154 Euro auf 175 Euro im Jahr. Wer die Beiträge allerdings in seiner Steuererklärung geltend macht, profitiert von der Anhebung nicht. Denn die Zulage wird in voller Höhe auf den Steuervorteil angerechnet. Weil die Riesterzulage auch beim erforderlichen Mindestbeitrag beziehungsweise dem eigenen Höchstbeitrag gewürdigt wird, empfehlen die Steuerfachleute die Höhe der eigenen Einzahlungen im laufenden Jahr zu überprüfen.

■ Beschäftigte, die im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung ansparen, können 2018 mehr Einkommen steuerfrei einzahlen. Der Grenzbetrag wurde von vier auf acht Prozent der Bemessungsgrenze angehoben. Das sind laut BVL für das laufende Jahr 6240 Euro. Der Grenzbetrag für Befreiung der Einzahlungen von Sozialabgaben bleibt bei vier Prozent der Bemessungsgrenze.

■ Wenn der Ruhestand dann da ist, haben Rentner mittlerweile zunehmend zu rechnen, um Abgaben an den Fiskus einzusparen. Bis zum Jahr 2040 muss jeder neue Rentnerjahrgang jährlich einen höheren Prozentsatz seiner Alterssicherung versteuern. Wer im laufenden Jahr erstmals Rente bezieht, hat einen steuerpflichtigen Rentenanteil von 76 Prozent. 24 Prozent bleiben steuerfrei. Für Pensionäre verringert sich entsprechend der Versorgungsfreibetrag. Bei Versorgungsbeginn im laufenden Jahr bleiben noch 19,2 Prozent der Pension steuerfrei, höchstens jedoch 1440 im Jahr. Der Zuschlag zum Versorgungsfreibetrag verringert sich auf 432 Euro.

■ Wer 2018 seinen 65. Geburtstag feiert und erstmals Anspruch auf den andere Einkünfte als Renten und Pensionen betreffenden Altersentlastungsbetrag hat, erhält 19,2 Prozent, maximal 912 Euro als Abzug. Der Altersentlastungsbetrag wird auf etwaige Löhne, auf Einkünfte aus Vermietung oder auf voll steuerpflichtige Zahlungen aus Pensionskassen und Riester-Verträgen gewährt.


Miete darf ausgesetzt werden

Steuerabzug bei Vertrag mit Eltern
Wer seine Immobilie an Verwandte vermietet, kann Ausgaben steuerlich absetzen. „Das Mietverhältnis muss wie mit einem fremdem Dritten durchgeführt werden, um die Kosten für die Renovierung oder Instandhaltung der Immobilie bei der Steuer abzusetzen“, so Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Ein Mietvertrag muss bestehen.

Steht in solchen Fällen die Wohnung kurzzeitig leer oder bleibt die Miete aus, weil etwa die Eltern in ein Pflegeheim gezogen sind, darf das Finanzamt nicht gleich die Aufgabe der Vermietungsabsicht unterstellen. Das entschied der Bundesfinanzhof in München. In dem verhandelten Fall kaufte der Kläger das Einfamilienhaus seiner Eltern. Dieses vermietete er jahrelang an sie. Das Mietverhältnis wurde vom Finanzamt anerkannt. Später zogen die Eltern in ein Pflegeheim. Ihr Verbleib war dort zunächst ungewiss. Aufgrund der hohen Kosten, die im Zusammenhang mit der Heimunterbringung entstanden, zahlten die Eltern keine Miete mehr.

Der Nachkomme bot das Haus zum Verkauf an, kündigte das Mietverhältnis aber erst Monate später. Die Ausgaben für die Wohnung machte er bis Ende des Mietvertrags geltend. Das Finanzamt berücksichtigte diese nicht, weil ohne Erhalt die Miete die Vermietungsabsicht fehle. Die Kosten durften aber laut Finanzhof trotz erst späterer Kündigung auch für die Übergangszeit geltend gemacht werden.

Info BFH; Az.: IX R 42/15


Kindergeld bis Ende der Ausbildung

Das Kindergeld kann bis Ende des 25. Lebensjahres gezahlt werden. Voraussetzung: Das Kind absolviert nach der Schule eine Ausbildung. Der Anspruch auf Kindergeld endet dabei nicht immer bereits mit der Bekanntgabe des Ergebnisses der Abschlussprüfung am Ende der Qualifizierung, entschied jetzt der Bundesfinanzhof. Es kann auch der Ablauf der gesetzlich festgelegten Ausbildungszeit sein.

Im verhandelten Fall absolvierte die Tochter des Klägers eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin, die laut landesrechtlicher Verordnung drei Jahre dauert. Der Vertrag hatte eine Laufzeit bis 31. August 2015. Die Tochter bestand die Prüfung im Juli.

Die Familienkasse ging davon aus, dass eine Ausbildung mit Ablauf des Monats endet, in dem das Prüfungsergebnis mitgeteilt wird, und zahlte deshalb für August kein Kindergeld. Der Kläger erstritt vor dem Finanzgericht dann die Zahlung für August. Die Revision der Familienkasse hatte keinen Erfolg. Laut Finanzgericht ist im Streitfall das Ausbildungsende durch eine eigene Rechtsvorschrift geregelt. Damit endete die Ausbildung hier nicht im Juli sondern erst mit Ablauf des Folgemonats.

Info BFH: Az. III R 19/16

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