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Hannover Region Nord IGlU-Studie zur Lesekompetenz: Deutschland schneidet mittelmäßig ab - Frühzeitige Sprachförderung laut Logopäden wichtig

Logopäden fordern bessere Sprachförderung in Kitas und frühzeitige Therapie bei Sprachstörungen

Deutschlands Grundschüler können im Vergleich zu anderen Nationen schlechter lesen.         Foto: dbl

Die Ergebnisse waren ernüchternd: Fast jeder fünfte Grundschüler in Deutschland hat Schwierigkeiten beim Lesen und viele verlassen die Schule sogar, ohne richtig lesen zu können. Das hat die jüngste internationale Grundschul-Lese-Untersuchung IGLU ergeben. Und so landete Deutschland auf Platz 21 und liegt im internationalen Vergleich in der Lesekompetenz gerade einmal im Mittelfeld. Bemerkenswert dabei ist, dass sich die Leistungen der deutschen Viertklässler im Vergleich zu der ersten Untersuchung vor 15 Uhr grundsätzlich kaum verändert haben. Aber fast die Hälfte aller Länder, die sich an der IGLU-Studie beteiligten, haben mächtig aufgeholt und bessere Ergebnisse erzielt als Deutschland. Das heißt: Die Grundschüler hierzulande liegen unter der Durchschnitt der EU und der OECD-Länder.

Für Dagmar Karrasch, Präsidentin des Deutschen Bundesverbandes für Logopädie (dbl) ist das enttäuschende Ergebnis ein deutliches Zeichen dafür, dass die Effektivität der in den letzten Jahren stark ausgebauten Sprachfördermaßnahmen in Vorschuleinrichtungen nicht ausreichend ist. „Wissenschaftliche Studien wie etwa „Easy-Science-L“ zeigen, dass eine wirksame Sprachförderung in den Alltag integriert sein muss“, sagt sie. Viele einzelne Fördermaßnahmen reichten einfach nicht aus. Zudem fordert die Präsidentin, dass Logopädinnen und Logopäden als Experten für Sprachentwicklung stärker in die vorschulische Sprachförderung einbezogen werden. „Logopäden können mit ihrem Fachwissen sowohl als Angestellte der Träger von Kindertagesstätten als auch in der freiberuflichen Mitarbeit wesentlich dazu beitragen, die Qualität der alltagsintegrierten Sprachbildung in pädagogischen Einrichtungen zu optimieren“, ist die Präsidentin überzeugt.

Sprachstörungen werden häufig zu spät behandelt

Ungünstig auf das Abschneiden der Grundschüler im Bereich der Leseleistung wirke sich sicherlich auch aus, dass viele Kinder mit einer behandlungsbedürftigen Sprachstörung erst zu spät, nämlich kurz vor der Einschulung eine logopädische Behandlung erhalten. Dabei sei es von großer Bedeutung, therapiebedürftige Kinder, die von allgemeinen Sprachfördermaßnamen nachweislich nicht profitieren könnten, frühzeitig zu erkennen, um sie therapeutisch zu unterstützen. „Es kann und darf nicht sein, dass Kindern vorhandene Ressourcen vorenthalten werden, die sie für den Erwerb der Lesekompetenz als wichtige Voraussetzung eines gelingenden Bildungswegs benötigen“, verdeutlicht Karrasch.

Aktuelle Forsa-Studie

Legasthenie und Dyskalkulie sollten früh erkannt werden In vielen Familien sorgen schlechte Schulnoten für Streit
In vielen Familien kommt es zu schlechter Stimmung, wenn die Schulnoten der Kids nicht stimmen. Foto: Studienkreis
In vielen Familien kommt es zu schlechter Stimmung, wenn die Schulnoten der Kids nicht stimmen. Foto: Studienkreis
Tränen, Zoff und schlechte Stimmung: In fast jeder zweiten deutschen Familie hängt der Haussegen schief, wenn der Nachwuchs schlechte Zensuren in der Schule bekommt. In jeder zehnten Familie kommt es deswegen sogar zum Streit. Das Überraschende dabei: Betroffen sind nicht allein Schulkinder mit durchweg schlechten Noten, sondern auch diejenigen, die mit vorwiegend guten Leistungen glänzen, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Nachhilfeinstituts Studienkreis ergab.

Insgesamt gaben 41 Prozent der rund 1000 befragten Eltern im Alter von 25 bis 59 Jahren an, dass schlechte Noten den Familienfrieden stören oder gar zu einem Streit führen. Davon sagte knapp jeder Dritte, dass im jüngsten Zeugnis des Kindes überwiegend Einsen und Zweien standen. Das mache deutlich, dass die Eltern eine hohe Erwartungshaltung an ihre Kinder haben, wie Max Kade, pädagogischer Leiter beim Studienkreis, urteilte. Daher lege auch rund ein Viertel der Befragten Wert auf Förderung, um die schulischen Leistungen der Kids zu verbessern – selbst bei überwiegend guten Noten.

Eltern streiten auch untereinander

Auf die Frage wie häufig schlechtere Noten Ursache für Streit oder schlechte Stimmung sind, antworteten 38 Prozent der Betroffenen, dass dies mindestens einmal im Monat vorkommt. Sieben Prozent der Befragten gaben an, dies sei sogar wöchentlich der Fall. Bei der Mehrheit (60 Prozent) sind schlechte Noten allerdings seltener Konfliktauslöser, beispielsweise nur bei der Zeugnisvergabe.

Gibt es Streit, so tragen ihn die Eltern laut der Befragung meist direkt mit dem Kind aus. Bei jeder dritten betroffenen Familie überträgt er sich allerdings auch auf die Eltern, sodass Mutter und Vater untereinander wegen der schlechten Schulnoten von Sohn oder Tochter streiten. Grundsätzlich müsse ein Streit aber nicht schlecht sein, sondern könne der Familie sogar nützen, ist Kade überzeugt. Vorausgesetzt, Eltern und Kind würden sich konstruktiv über schulische Anforderungen und persönliche Ziele austauschen. „Sich aber bei schlechten Noten in gegenseitigen Vorwürfen zu verzetteln, bringt nichts und kostet viel Zeit und Energie“, ist er überzeugt.

Keine lust zum lesen, schreiben und rechnen Aktuelle forsa-studie

Legasthenie und Dyskalkulie sollten früh erkannt werden
Wenn das Lesen, Schreiben und Rechnen einfach nicht klappen will, kann eine Lese-RechtschreibSchwäche die Ursache sein. Foto: Studienkreis
Wenn das Lesen, Schreiben und Rechnen einfach nicht klappen will, kann eine Lese-RechtschreibSchwäche die Ursache sein. Foto: Studienkreis
Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben, Probleme beim Rechnen und kullernde Tränen statt fröhlicher Kinderaugen nach dem Halbjahreszeugnis: Nicht nur die Kleinen sind der Verzweiflung nahe, wenn es mit den schulischen Leistungen einfach nicht klappen will und die Noten immer weiter in den Keller rutschen. Schließlich sind der Umgang mit Sprache und das dafür erforderliche Sprachverständnis von großer Bedeutung für das zukünftige soziale, kulturelle und berufliche Leben. Ebenso sind mathematische Fähigkeiten wichtig für die Entwicklung von Logik und Abstraktionsfähigkeit sowie die Bewältigung vieler Alltagssituationen. „Umso wichtiger ist es daher, dass Kinder die wichtigen Grundlagen des Lesens, Schreibens und Rechnens rechtzeitig erlernen und mögliche Lernschwächen frühzeitig erkannt und therapiert werden.

„Doch wie lässt sich eine vermeintliche Lernschwäche und deren Art überhaupt erkennen? Fallen die Kinder zum Beispiel durch massive Probleme beim Lesen und Schreiben auf, handelt es sich meistens um eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (auch als Legasthenie bekannt). Dabei hat das Kind trotz durchschnittlicher bis guter Intelligenz große Schwierigkeiten, Texte fließend und sinnerfassend zu lesen. Zudem treten beim Schreiben trotz ständigen Übens immer wieder zahlreiche Fehler auf. Das Tückische daran: Im Laufe der Schulzeit wirkt sich die Lernschwäche auf nahezu alle Fächer aus, da es einfach an den nötigen Grundlagen fehlt und Textinhalte nicht verstanden werden.

Förderung statt Nachhilfe bei Lernschwächen


Bei der Dyskalkulie, also Rechenstörung, haben Betroffene große Schwierigkeiten mit den Grundrechenarten Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren. Denn ihnen fehlt das grundlegende Verständnis für Mengen, Gewichts- und Maßeinheiten und auch korrekte Angaben über die Uhrzeit fallen ihnen schwer.

Doch egal, um welche Art von Lernschwäche es sich handelt – weder Legasthenie noch Dyskalkulie lassen sich mit intensiven Übungen oder gar Nachhilfeunterricht beheben. Im Gegenteil: Oft werden die Symptome dadurch noch verstärkt. Hinzu kommen Verzweiflung und Wut über das eigene Unvermögen, sodass sich zu der Lernschwäche auch noch psychische Probleme gesellen. Umso wichtiger ist es also, dass die Probleme frühzeitig diagnostiziert werden. „Am besten wenden sich Eltern bei Verdacht an einen Kinder- oder Jugendpsychiater oder ein pädiatrisches Zentrum“, empfiehlt der Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie. Denn die Fachleute könnten eine Rechenstörung oder Lese-Rechtschreib-Schwäche mit standardisierten Tests und bildgebenden Verfahren feststellen. Und die endgültige Diagnose bedeute sowohl für die Eltern als auch für das Kind meistens eine erhebliche Entlastung. Zumal es eine Vielzahl an Therapien und Fördermöglichkeiten gibt, mit denen das Kind Spaß am Lernen bekommt, persönliche Erfolge genießt und durchaus einen qualifizierten Schulabschluss erhalten kann.

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